"Lass Nahrung Deine Medizin sein und Medizin Deine Nahrung." (Hippokrates)

Bienenkönigin und Arbeiterinnen
Bienenkönigin und Arbeiterinnen

Schauen wir zunächst einmal auf die Honigbiene. Eine Königin lebt vier Jahre und legt in dieser Zeit mehrere Tausend Eier. Eine Arbeiterin lebt vier Wochen, ist unfruchtbar und besitzt einen wesentlich kürzeren Hinterleib. Doch nicht nur in diesen Äußerlichkeiten unterscheiden sie sich ganz erheblich voneinander, sondern auch in Ihrem Verhalten. Liegt es an ihren verschiedenen Genen? Nein, die Königin und die Arbeiterin tragen identische Gene in sich!

 

Der einzig wesentliche für uns erkennbare Unterschied besteht in der Nahrung während ihres Larvenstadiums. Die Arbeiterin erhält während dieser Zeit Pollen, Honig und einen Futtersaft namens "Gelee Royal", mit welchem die Königin jedoch ausschließlich und über die gesamte Dauer der Larvenphase gefüttert wird. Wie überaus deutlich zeigt uns hier die Natur, welch großen Einfluss die Ernährung auf ein Lebewesen hat!

 

Über (gesunde) Ernährung zu schreiben, finde ich zum einen sehr einfach, zum anderen aber doch auch sehr schwierig. Der den Naturgesetzen Zugängliche wird in einer Aussage wie der von Sebastian Kneipp - "je näher die Speisen dem Zustande kommen, in welchem sie von der Natur geboten werden, desto gesünder sind sie" - ausreichende Erkenntnis finden, ja eigentlich bedarf es für ihn nicht mal dieser Aussage.

 

Gelbwurz / Kurkuma
Gelbwurz / Kurkuma

Die Sammlung und der Vergleich wissenschaftlicher Daten zu diesem Thema gestalten sich leider nicht so leicht wie etwa bei den Themen "Sonnenlicht" (wo eine Blutuntersuchung auf das Vitamin D allein schon sehr aufschlussreich ist) oder "Bewegung", die beide weit weniger Komplexität beinhalten als die heute mögliche Aufnahme so vieler unterschiedlicher Nahrungsmittel.

 

Diese Komplexität ist sicher auch ein Grund dafür, warum die Geschichte der Ernährungswissenschaft seit jeher von zahlreichen Verirrungen begleitet wird (worüber das Buch "Macht und Geheimnis der Nahrung" von Albert von Haller einen hervorragenden Überblick bietet).

 

Als ein Beispiel (von vielen) sei ein Fütterungsversuch an Kühen erwähnt, der Anfang des 20. Jahrhunderts von Elmer V. McCollum unternommen wurde. Die Kühe wurden in drei Gruppen eingeteilt, und jede von ihnen erhielt als Futter ausschließlich entweder Weizen, Hafer oder Mais, einschließlich der Stängel und Blätter. Das Ergebnis: einzig die Mais-Gruppe gedieh gut und bekam gesunden Nachwuchs. So galt der Mais zunächst als wertvoller als Weizen und Hafer.

 

Früchte der Ölpalme
Früchte der Ölpalme

Später erkannte McCollum selbst einen entscheidenden Fehler. Es waren die grünen Maisblätter, die für die Überlegenheit dieses Futters verantwortlich waren, und nicht die Maiskörner. Fügte man dem Weizen oder Hafer die Maisblätter bei, gediehen die Kühe ebenso gut.

 

Ich selbst bin ein großer Freund des obigen Zitats von Kneipp. Jedes frei lebende Tier ernährt sich bei bester Gesundheit ganz einfach von dem, was in seiner nahen Umgebung von Mutter Natur dargeboten wird. Ohne besondere Zubereitung dieser Nahrung, ohne Veränderung. Es gibt für die natürliche Kost der (Wild-)Tiere keine Lagerhaltung, keine Transportwege, keine Entwertung durch das Einwirken von Hitze, das Hinzufügen von Fremdstoffen oder die Entfernung bestimmter Teile (z. B. Randschichten), und sie ist gerade deshalb vollkommen.

 

Das wundervolle Büchlein "Geheimarchiv der Ernährungslehre" von Ralph Bicher ist ein wahrer Schatz und beinhaltet viele kleine Geschichten, die von Untersuchungen, Studien und Berichten handeln, welche ganz andere Ergebnisse und Schlüsse liefern, als heutige Ernährungsempfehlungen öffentlicher Institute vermuten ließen.

 

 

Auf einige unserer heute üblichen Nahrungsmittel möchte ich im Hinblick auf Gesundheit und Krankheit - hier vor allem Krebs - kurz eingehen, es sind:

 

  • Milch (-produkte)
  • Zucker
  • Weizen
  • Fette / Öle
  • Obst und Gemüse
  • Kräuter / Gewürze
  • Wasser

 

 

Milch

 

Milch ist eine wundervolle Nahrung ... für Säuglinge der eigenen Art. Sie enthält eine Fülle von Botenstoffen in Form von Hormonen/Wachstumsfaktoren, welche von Natur aus u. a. dazu bestimmt sind, dem jungen, sich entwickelnden Organismus zu starkem und schnellem Wachstum zu verhelfen.

 

Hinzu kommen die in der (konventionellen) Landwirtschaft verabreichten künstlichen Hormone/Wachstumsfaktoren, die einer ertragreicheren Fleisch- bzw. Milchproduktion dienen sollen.

 

Wissenschftliche Studien zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Milch und dem Auftreten von zum Hormonstatus in Beziehung stehenden Krebsarten wie denen in der Brust, dem Eierstock oder der Prostata.

 

Das Milcheiweiß Kasein zeigt sich im Tierversuch als stark krebsfördernd. Ein durch Aflatoxine ausgelöstes Leberzellkarzinom führte bei 100% aller mit Kasein gefütterten Ratten zum Tod. 100% aller nicht mit Kasein gefütterten Tiere überlebten. Der kausale Wirkmechanismus bestätigte sich, indem man das Kasein in einem weiteren Versuch mal zufütterte und dann wieder wegließ, und der Krebsprozess dadurch angetrieben bzw. gestoppt wurde.

 

Weltweit gesehen ist die Laktoseintoleranz (die Unfähigkeit der Aufspaltung von Milchzucker im menschlichen Verdauungstrakt) bei Erwachsenen der Normalzustand, und sie war es auch bei uns bis zu der Zeit, als der Mensch mit dem Ackerbau begann. Die Milch kann also kaum ein dem erwachsenen Menschen von der Natur zugedachtes, gesundes Lebensmittel sein.

 

Die bei uns, vor allem bei Frauen fortgeschrittenen Alters, oft befürchtete Osteoporose (bei der die Verstoffwechselung von Kalzium eine wichtige Rolle spielt) ist ein Massenphänomen der Milch (kalziumreich) konsumierenden Industrienationen, aber keines der Milch meidenden Völker.

 

 

Fortetzung folgt ...