Was ist Krebs?

Als Krebs bezeichnet man die unkontrollierte Teilung und Vermehrung von Zellen eines Gewebes, wobei der Organismus die Kontrolle über diese Zellen verloren hat. Der Krebs wächst in umliegendes Gewebe ein (ist also "invasiv") und zerstört es.

 

Ich möchte bewusst vermeiden, in diesem Zusammenhang von "bösartigen" Zellen zu sprechen, denn aus der Sicht der Zelle (oder sogar des gesamten Organismus) scheint es durchaus nachvollziehbar, warum sie diesen Weg wählt.

 

Auch halte ich es nicht für förderlich, wenn wir innerhalb unseres Körpers einen Feind sehen, den es dauerhaft zu bekämpfen und auszumerzen gilt.

Zur besseren Veranschaulichung möchte ich hier die Krebszelle mit einem "auf die schiefe Bahn geratenen" Individuum innerhalb einer Gesellschaft vergleichen. Jede einzelne Körperzelle hat wohl wie auch jedes einzelne Individuum zunächst einmal das natürliche Bestreben, sein volles Potenzial zu verwirklichen, in Harmonie mit der unmittelbaren Umgebung.

 

Für mich ist es kaum vorstellbar, dass es so etwas wie natürliche Bösartigkeit gibt. "Böses" Verhalten scheint mir eher Ausdruck einer gewissen Getriebenheit oder Ausweglosigkeit zu sein.

 

Und so wenig man einen Straftäter durch harte Bestrafung wird bekehren können, so wenig wird es möglich sein, einen kranken Organismus durch harte Maßnahmen wieder zur Gesundung zu führen.

 

Der einzig sinnige Ansatz ist demnach wohl die Beeinflussung des Umfeldes, ganz nach der Erkenntnis Claude Bernards (französischer Physiologe, 1813-1878): "Der Keim ist nichts, das Milieu ist alles."

Es ist heute noch nicht in allen Details gesichert, wie es zu einem Krebsgeschehen kommt. Zuerst entwickeln sich (und zwar Tag für Tag bei jedem Menschen) einzelne entartete Zellen (durch Chromosomen- oder DNA-Schädigung?), die sich "unerlaubterweise" teilen. Sie vermehren sich immerfort und entwickeln so über viele Jahre hinweg einen soliden (=festen; anders z. B. bei der Leukämie) Tumor.

 

Tumore sind grundsätzlich erstmal gutartig. Sie werden zwar eventuell größer und schieben gesunde Nachbarzellen zur Seite, zerstören sie jedoch nicht - dieses Wachstumsverhalten eines gutartigen (benignen) Tumors wird als verdrängend oder nicht-invasiv bezeichnet.

 

Erst wenn ein Tumor anfängt, seine gesunden Nachbarzellen zu zerstören, das umliegende gesunde Gewebe aufzulösen und in dieses heineinzuwachsen, bezeichnet man ihn als invasiv oder bösartig (maligne): Krebs ist entstanden.

Es gibt in vielen Aspekten unterschiedliche Theorien. Eine der bedeutendsten heute ist sicher das Mitwirken von Krebs-Stammzellen. Die Existenz solcher Stammzellen ist noch nicht hinreichend belegt, auch wenn nun viele Forschungsgelder in diese Richtung fließen.

 

Hier sollen - und können - solche Detailfragen allerdings nicht bewertet werden. Mein besonderes Anliegen gilt vor allem, auf welche Weise und mit welchen Auswirkungen man dem Phänomen Krebs am besten begegnen kann.